Heizungssteuerung mit Churchtools und der Homematic CCU3/RaspberryMatic
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Im Oktober letzten Jahres kam unser Hausverwalter der Baptistengemeinde Hanau auf mich zu und fragte, ob wir unsere Heizung nicht auch über ChurchTools steuern könnten. Anlass war ein Blogbeitrag über die Anbindung von Heizungen via ChurchTools und IP-Symcon.
Bis dahin hatten wir keine zentrale Lösung. Die Fußbodenheizung im großen Saal wurde regelmäßig manuell umprogrammiert, ansonsten galt meist: Wer zuerst kommt, macht die Heizung an – und wer zuletzt geht, hoffentlich wieder aus. Da wir unsere Räume auch an mehrere Gruppen vermieten, nutzen wir die Ressourcenverwaltung in ChurchTools allerdings schon lange.
Als Verantwortlicher für IT und ChurchTools habe ich mich daraufhin intensiver mit möglichen Lösungen beschäftigt. Dabei habe ich mir sowohl Homematic CCU3 bzw. RaspberryMatic als auch die IP-Symcon-Variante angesehen.
Mich hat dabei gestört, dass letztlich zwei Systeme parallel laufen würden, obwohl eines technisch eigentlich ausreichen müsste. Auch die zusätzlichen Lizenzkosten von IP-Symcon spielten eine Rolle. Nach weiterer Recherche bin ich auf eine Lösung gestoßen, die ausschließlich mit der Homematic CCU3 arbeitet. Nach Kontaktaufnahme und etwas Wartezeit hatte ich Anleitungen und Skripte vorliegen und habe mich entschieden, den Weg nur mit der CCU3 zu gehen.
Bestellt wurden schließlich 17 Heizkörperventile, ein Wandthermostat für die Fußbodenheizung, eine CCU3 sowie ein Schaltaktor. Die Gesamtinvestition lag unter 1.200 €.
Relativ schnell zeigte sich, dass wir mit der Standardlösung an Grenzen stoßen. Beispielsweise wollten wir Foyer und WCs automatisch mitheizen, wenn der große oder kleine Saal genutzt wird – für diese Bereiche gibt es aber keine eigenen Ressourcen. Außerdem wünschten sich Hausverwaltung und Verantwortliche unterschiedliche Grund- und Komforttemperaturen je nach Bereich. Kurz gesagt: Uns fehlte Feingranularität und Kontrolle.
Da ich viele Jahre in der Softwareentwicklung gearbeitet habe und die Skripte vorlagen, habe ich begonnen, selbst Anpassungen vorzunehmen. Daraus entwickelte sich nach und nach mehr: verbessertes Logging, Anpassungen der Vorheizzeiten und schließlich auch eine Heizkurvenoptimierung. Die Außentemperatur wird über Daten des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigt, sodass kein eigener Außentemperatursensor nötig ist.
Ende November ging die Anlage bei uns in Betrieb. Die Fußbodenheizung war dabei das größte Thema (das wäre fast eine eigene Geschichte), aber auch dafür haben wir eine praktikable Lösung gefunden.
Seitdem läuft der Betrieb weitgehend automatisch: Wird eine Ressource im Kalender gebucht, wird entsprechend geheizt. Auch Sonderfälle wie der Reinigungsdienst sind abgebildet – hier wird zwar gebucht, aber in der Ressourcenbemerkung hinterlegt, dass keine Heizung benötigt wird.
Die Verantwortlichen können die Raumtemperaturen über eine Weboberfläche einsehen und bei Bedarf auch aus der Ferne eingreifen. So kann z. B. auch vor der Fahrt ins Büro schon geheizt werden. Vergessene Heizungen gehören ebenfalls der Vergangenheit an: Nachts werden Heizkörper, die noch aufgedreht sind, automatisch auf die Grundtemperatur zurückgestellt. Die manuelle Bedienbarkeit bleibt dabei erhalten.
Im Laufe der Zeit wurden die Softwareanpassungen recht umfangreich; Teile habe ich komplett neu geschrieben. Die Änderungen habe ich den ursprünglichen Autoren wieder zur Verfügung gestellt, und inzwischen arbeite ich auch im Team mit.
Wer sich für Erfahrungen oder Details interessiert, kann mich gerne direkt anschreiben oder über meine Webseite kontaktieren. Eine E-Mail-Adresse möchte ich hier bewusst nicht öffentlich posten.
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@xMRi vielen Dank das klingt super. Ich finde es toll dass die Entwickler sich vernetzen und so gut zusammenarbeiten. Da ich das selbst alles nicht kann freue ich mich sehr über die Lösungen die da entstehen.